(Loves’s Labour’s Lost I, 1)
Ich wünsche euch allen ein tolles Weihnachtsfest! Wo immer ihr auch gerade seid, wie auch immer ihr feiert, aus welchen Gründen auch immer und mit wem auch immer, habt einfach eine wunderbare Zeit (mit oder ohne Weihnachten).
Lasst es (besinnlich) krachen!
At Christmas I no more desire a rose
Than wish a snow in May’s new-fangled shows;
But like of each thing that in season grows
(As you like it II, 2, 174)
Endlich Weihnachtsstimmung. Morgen ist der letzte Schultag und ich habe mir selbst gerade noch rechtzeitig eine 15 Punkte-Klausur geschenkt! (Heute bin ich mal stolz auf mich.)
Ich lese gerade in der ganzen Blogosphäre schon Jahresrückblicke. Die lese ich zwar meistens sehr gerne, aber dass plötzlich so viele überall auftauchen, mutet irgendwie leicht makaber an. Als hätten sich alle zum Freitod verabredet und jeder veröffentlicht noch einmal seinen Abschiedsbrief. Wir haben noch eine Woche bis 2009 vorbei ist! Was in so einer Woche alles passieren kann.
Was würde in meinem Jahresrückblick stehen? Eigentlich nicht viel. Um ein oder zwei Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse bin ich reicher (hoffe ich zumindest). Ach, was soll’s. Ich blicke nicht auf mein Jahr zurück. Die Sachen, die wichtig sind, merke ich mir auch so. Und der Rest darf sich ins Unterbewusstsein schleichen. Meine Kapazitäten sind noch offen. Ich werde vermutlich etwa hundert Jahre alt. Welche Rolle spielt da ein einzelnes Jahr?
Habt noch eine wunderbare Vorweihnachtszeit, egal ob ihr das Fest mögt oder nicht. Auch wenn nicht, kann man einfach so ohne bestimmten Grund fröhlich sein. Wäre ja unsinnig sich für das Gegenteil zu entscheiden.
EDIT: Das ist mein hundertster Post! Happy 100.-Post-Day!
(The Merchant of Venice V, I, 83)
Ich wäre jetzt gern poetisch, weil es so gut zu meiner melancholischen Stimmung passen würde. Aber die Poesie macht gerade Pause. Die Musik zum Glück nicht. Vielleicht sollte ich die Musik für mich sprechen lassen. Überhaupt sollte ich hin und wieder mehr Dinge/Leute für mich sprechen lassen und aufhören ständig selbst zu reden. Manchmal kann ich mich selbst nicht leiden.
Manchmal wünsche ich mir nichts anderes als dass meine Außenwelt endlich perfekt wäre – und manchmal merke ich, dass sie es vielleicht einfach ohne mich ist. Ich bin heute ein bisschen sensibel.
Mich stört es ziemlich, dass ich ständig aufpassen muss, was ich sage und denke. Und dass ich bestimmte Dinge für mich behalten muss. Aber es geht nicht anders. Ich habe Selbstvertrauen, aber es ist anstrengend sich jeden Tag von neuem gegen andere Leute behaupten zu müssen. Und bestimmte Umstände könnten das ganze schwieriger machen. (Ziemlich nebulös, ich weiß.)
Wie auch immer. Jetzt aber Schluss mit der Jammerei.
Am Donnerstag war ich auf einem wunderbaren Konzert. Es hat mir Lust gemacht, wieder selbst einem Ensemble oder einer Band beizutreten. Und ich würde gerne eine neue Sprache lernen. Und irgendeinen Fotokurs machen. Und am wichtigsten: Ich will mich wieder sozial engagieren. Ich habe gar nicht bemerkt, wie sehr ich das vermisst habe. Ich will wieder neue, interessant Menschen mit einer Geschichte kennenlernen und mit ihnen arbeiten. Ich halte mal die Augen offen, vielleicht finde ich ein schönes Projekt, das mich interessiert. Entweder Menschen direkt helfen oder doch lieber Wahlfänger kapern? Das sind doch schöne Vorsätze fürs neue Jahr.
Ich habe Lust auf Veränderungen. Alles was man dazu braucht ist ein bisschen Mut.
Something wicked this way comes. (Macbeth IV, 1)
Ich sollte ja eigentlich früher ins Bett gehen, aber das ist vermutlich sinnlos, weil ich am nächsten Morgen doch eh wieder müde bin. Also blogge ich lieber noch eine gemütliche Runde.
Tage wie diese sind merkwürdig.
Ich habe mit meiner Englischlehrerin gefrühstückt. (Na gut, der ganze Kurs war dabei, aber ich finde es klingt romantischer, wenn man nur sie und mich erwähnt.) Jammerschade dass sie glücklich verheiratet ist.
Der Rest des Schultages im Zeitraffer: Film schauen, Freistunden, Bälle durch die Sporthalle werfen (weil wir das ganze autodidaktisch und wunderbar pädagogisch ohne Lehrer machen sollten – „ihr müsst ja trainieren“, sagte er …). Dann noch ein bisschen über Amokläufe, Attestpflicht, Klimazonen und englisches Drama sprechen. Und dann auf zum Weihnachtsmarkt. Mit Lehrer versteht sich. Das ist nicht das erste Mal, dass ich mich am Ende des Tages mit Lehrern und sonstigen Leuten, die ich eigentlich nicht kenne, mit einem Becher Glühwein in der Hand auf der Straße wiederfinde und nicht so ganz weiß wie ich da hingekommen bin. Aber man macht ja einiges für die 15 Punkte im Mündlichen.
Am Besten war der Augenblick als der Freund von – nennen wir sie Anna – Anna vorbeikam. Von Anna habe ich mich ein paar Stunden zuvor schon richtig schockieren lassen, indem sie mir von den grausamen Methoden des Ohrloch-Erweiterns erzählt hat. (Bis dahin wusste ich nicht mal, dass so etwas möglich ist. Da wird so ein Folterinstrument in das Ohrloch gesteckt und immer weiter durchgeschoben bis es ganz breit ist?) Das hat mich schockiert. Sowas ist doch bestimmt gefährlich. Ist das erlaubt? Klingt auch fast etwas pervers finde ich. Das ist sowas wie Fisting für das Ohr, scheint mir. Egal.
Der Freund von Anna kommt also – ich kenne ihn nicht -, er schiebt seine Kapuze zurück und – verdammt noch mal – er hat zwei RIESEN Löcher in den Ohren! Dagegen ist dieses Folterinstrument von Anna ja ein Nichts!
Anna: Und das ist der Learsander. Ein cooler Nerd.
Ich: ehm, ja (verdammt noch mal, der hat Löcher im Ohr!)
Annas Freund: Hi. Stimmt, coole Schuhe …
Ich: ehm (das sind doch bestimmt zwei oder drei Zentimeter Durchmesser)
Annas Freund: und coole Hose …
Ich: (in beiden Ohren!)
Annas Freund: und coole Jacke.
Ich: So viele Komplimente hab ich seit sechs Jahren nicht mehr bekommen. (LÖCHER IN DEN OHREN!)
(Das Gespräch hat wirklich genau so stattgefunden. Ich würde es selbst auch nicht glauben, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Noch nie hat jemand meine Schuhe, Hose oder Jacke gelobt. Wenn ich genauer darüber nachdenke, hat noch nie ein fremder Mann meine Klamotten in irgendeiner Weise für beurteilenswert erachtet.)
Ich bin vermutlich zu konventionell. Vor allem was groteske Verformungen angeht. Ich finde es irgendwie nicht so prickelnd den Körper in solchem Ausmaße zu verformen. Bei aller Faszination und Respekt vor afrikanischen Stämmen und deren Riten, auch bei denen fand ich das schon immer … irgendwie ungesund.
Als ich dann nach Hause kam, waren dort lauter Menschen, von denen ich mir sicher bin, dass sie dort nicht wohnen, und es kamen immer mehr Menschen und dann waren sie plötzlich wieder alle weg. Und jetzt bin ich alleine. So kommunikativ habe ich schon lange nicht mehr gelebt. Jetzt reicht es wieder für die nächsten zwei Monate.
Ich schreibe lieber nicht weiter, ich verzettel mich nur noch. Der Eintrag ist sowieso zu nichts nütze. Ich versuche euch weiszumachen, dass jemand mein Outfit gelobt hätte. Es kommen Folterwerkzeuge und Fisting vor. (Ich erwähne diesen schaurigen Vergleich übrigens nur, weil ich ihn einfach für erschreckend passend halte. Die Assoziation dabei ist widerlich. Das Wort ist widerlich.) Ich erwähne Alkohol. Und ich tue so, als würde ich nur auf den Weihnachtsmarkt gehen, um 15 Punkte zu bekommen. Ja, ich gebe es zu: Hier schreibt der böse Zwilling! ;-)
(Much ado about nothing – I, 1, 118)
Ich mag den Moment,
- wenn im Theater die Lichter ausgehen, das Gemurmel der Zuschauer langsam abnimmt und alle auf das Öffnen des Vorhangs warten.
- wenn ich nach vier Stunden Schreiben meine Deutschklausur abgeben kann.
- wenn ich andere Leute überraschen kann. („Learsander, du hast doch bestimmt Latein belegt, oder?“ – „Nö, hab ich nicht.“ – „Das hätte ich dir jetzt aber irgendwie zugetraut …“)
- wenn ich anderen Leuten helfen kann und mir dafür gedankt wird.
- wenn ich ein gutes Foto geschossen habe.
- wenn mich ein Musikstück so einnimmt, dass ich alles andere vergesse.
- wenn ich bemerke, dass ich nicht immer der einzige bin, der sich lächerlich macht.
- wenn ich erkenne, dass ich mit mir selbst ganz gut leben kann.
(Romeo and Juliet III, 1)
Meinen Namen verrate ich Ihnen nicht. Alles was Sie wissen müssen, ist, dass ich Learsanders böser Zwilling bin. „Böse“ meine ich ganz wörtlich. So wie Ying und Yang. Ich bin der Böse, Verbitterte und Unglückliche von uns beiden, die ganze verdammte Scheiße passiert nämlich immer mir.
Ratet mal, wer heute seinen Ausweis verloren hat. Nicht den Bibliothektsausweis, nicht die Krankenversicherungskarte, nicht den einsamen Fünf-Euro-Schein – nein, das wäre ja gewöhnlich und mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung vereinbar. Ich verliere nie etwas und jetzt auf einmal den Personalausweis. Mieses Karma. Bin ja der böse Zwilling.
Zum Glück komme ich zu den zwingenden Behördengängen erst nächste Woche. (Dazu ist schon ein Eintrag geplant: „Bürgerbüros – Ort des Grauens und der Verzweiflung“ oder „Sie kehrten nie wieder – ein kritisches Essay über Menschen, die das Lächeln verlernten und in die Verwaltung gingen“ oder einfach „MIESES Karma“.) Bis dahin päppel ich meinen verletzten Stolz wieder auf, der durch die Geschichtsklausur einige Kratzer abbekommen hat.
Über die folgenden Tage zu reden, bringe ich gerade nicht fertig. Ich schaue auf meinen Stundenplan bzw. Kalender und weine. Es wird noch sehr viel schlechter werden.
In exakt einer Woche ist hoffentlich alles vorbei – nur zum Bürgerbüro muss ich da vermutlich noch. Aber bis dahin habe ich ohnehin genug mieses Karma angesammelt, um mich dort sehr wohl zu fühlen.
Der liebe Learsander liegt übrigens geknebelt und gefesselt im Nebenraum. Ich soll einen schönen Gruß ausrichten.
(The Winter’s Tale I, 2)
Am Samstag war im Kino ein ganz sympathischer, lustiger und ziemlich bekannter Autor zu Gast (dessen Name ich wegen meiner Paranoia nicht verrate). Der Film war okay, das Buch ist dafür umso besser und es war auf jeden Fall ein lustiger Abend.
Ich mag kleine Kinos und ich mag Fragerunden nach Filmen. Die Filme und Gäste sind zwar jedes Mal anders, aber die kleinen Details ändern sich bei solchen Abenden irgendwie nie. Zumindest die Leute sind fast immer dieselben, auch wenn sie anders aussehen, andere Kleidung tragen, andere Stimmlagen und Dialekte haben.
1) Es sind totsicher ein oder zwei Leute gekommen, die nur da sind, um zu reden. Und wenn ich „reden“ sage, meine ich reeeeeeeeeden. Das sind zum einen Personen, die dem Autor ganz sicher eine Frage in seiner Muttersprache stellen (obwohl kaum ein anderer im Saal diese Sprache spricht) und sich weigern sie ins Deutsche oder Englische zu übersetzen. Oder diejenigen, die in dem Film deutliche Parallelen zum real-utopischen Theorem nach Professor Doktor Soundso sehen (und gleich ein paar Zitate aus ihrer Doktorarbeit vorlesen). Und vor allem die, die sich durch den Film an diese und jene Lebensepisode zurückerinnert fühlten, in der sie täglich mit dem Dalai Lama oder Oprah Winfrey in Kontakt standen.
2) Oft stellt irgendjemand eine Frage, die keiner versteht.
3) Es sind fast immer Studenten da, die jeden wissen lassen, dass es alternativ, idealistisch und gebildet ist, in kleine Kinos zu gehen und sich kulturell zu betätigen. Sie brauchen ja auch einmal etwas Abwechslung zum Streiken.
4) Bisher bin ich in diesem Kino (in dem ich zugegeben selten bin) noch jedes Mal einem Lehrer über den Weg gelaufen.
5) Und dann sind da noch hunderte andere nette Leute, die einfach nur da sind, um ins Kino zu gehen :-)
(Ich will niemanden angreifen. Ich will nur sagen, dass es auch Leute gibt, die Oprah Winfrey kannten und Filmwissenschaften studiert haben, aber NICHT das Bedürfnis haben, sich vor wildfremden Menschen im Kinosaal zu präsentieren. Oder Studenten, die einfach nur aus Interesse gekommen sind, und nicht, um alle Menschen im Saal wissen zu lassen, dass sie eigentlich besseres zu tun hätten als uns die Ehre zu geben.)
Ich mag diese kleinen Fragerunden nach Filmen. Man erfährt ziemlich viel über Leute, die man noch nie gesehen hat und nie wieder sehen wird.
Ansonsten war das Wochenende wechselhaft. Ich weiß jetzt, dass ich niemals Jura studieren werde. Ich habe eine Frau getroffen, die acht Sprachen spricht. Mir ist wieder Freud begegnet. Manchmal merke ich mitten im Gespräch, das ich plötzlich ein anderer bin. (Frau Doktor würde sagen, dass ich manchmal nicht identisch mit mir selbst bin.)
Ich weiß jetzt, was ein Dramaturg den lieben langen Tag so macht. Ich kam zu spät, obwohl ich zu früh aus dem Haus gegangen war. Ich lese zu wenig. Ich habe festgestellt, dass ich mir meinen gelangweilten Sarkasmus abgewöhnen muss, solange ich noch die Chance dazu habe. Ich habe wieder einmal zu viel Trinkgeld gegeben – womit ich aufhören sollte. Ich habe Musik gehört. Ich trinke wieder Tee. Ich kann ohne Struktur nicht lernen. Manchmal finde ich meine Faszination an Ordnungssystemen erschreckend. Ich bildete mir mein ganzes Leben lang ein, ein Künstler werden zu müssen, aber wahrscheinlich werde ich irgendwann einmal in die Verwaltung gehen, Rechnungsabläufe erstellen und visualisieren und – noch schlimmer – ich werde damit glücklich werden.
Und jetzt werde ich erst einmal die nächste Woche überstehen. Ich bin stark und selbstbewusst. Ich bin stark und selbstbewusst. Ich bin …
(Julius Caesar, II, 2)
Aus gegebenem Anlass möchte ich noch kurz auf einen Text aus dem Synchronuniversum hinweisen.
Aids ist keine Sache eines einzigen Aktionstages im ganzen Jahr. Man sollte die Aufklärung und Prävention immer zu jeder Zeit unterstützen. Mehr dazu sage ich schon gar nicht mehr, das kann Bigi viel besser. Also einfach draufklicken.
(Julius Caesar, II, 2)
Ich habe eine durchschnittliche Lebenserwartung von fast achtzig Jahren. (Ich kann mit Durchschnittszahlen eigentlich nichts anfangen. Aber das ist für den ganzen Text einfach ein wenig kompakter als wenn ich schreiben würde: „Ich sterbe vermutlich alt und tattrig mit hundert Jahren oder aber ich fange mit 23 Jahren eine Kugel für ein armes kleines unschuldiges Mädchen ab und werde als Internationalheld gefeiert.“ Ihr versteht was ich meine.)
Also achtzig Jahre. Die muss ich ja irgendwie verbringen.
Es ist wahnsinnig interessant, wenn ich höre, was manche Leute in meiner Jahrgangsstufe später einmal machen wollen. Countertenöre, Lehrer, Künstler, Weltherrscher, Geophysiker, Politiker, Regisseure und sehr viel mehr. Wir werden alle erfolgreich und berühmt werden, da sind wir uns ziemlich sicher. Mal sehen wo wir in 30 Jahren alle gelandet sind.
Berufsberatung mit Lehrern ist mir aber eher unangenehm, muss ich zugeben. „Learsander, darf ich Ihr Persönlichkeitsprofil sehen?“ Klar, kann ich dann auch Ihres haben? „Möchten Sie dem Kurs jetzt bitte etwas über Ihre zentralen Wertevorstellungen berichten?“ Gerne, Verschwiegenheit steht ganz oben.
Okay, so schlimm ist es nicht. Manche Lehrer mag ich ja auch sehr gerne. Und viele bestärken mich auch in meinen Plänen. Mein Vater dagegen prophezeit mir immer wieder gerne meine vorzeitige Armut und hofft, dass ich mir doch noch irgendwann jeden Spaß am Leben nehme, Medizin oder Wirtschaftsinformatik studiere und anständiger Brötchenverdiener werde. Und ich soll zum Bund. Wie ein richtiger Mann. Witzige Vorstellung.
(Mein Vater ist nicht dieser „Yes, Sir! No, Sir!“-Typ. Er ist Anzugträger und sehr sarkatisch und ärgert mich gerne. Und er war Berufssoldat. Oh, die Schande…)
Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass ich meinen eigenen Weg gehe. Für was anderes bin ich eh zu stur und zu stolz. Und ich werde ein verdammt noch mal wahnsinnig erfülltes und rund um SEHR gutes Leben haben. Eigentlich habe ich das schon.
I can tell what thou wouldst do. (As you like it II, 7)
Kreativität ist nur die Umsetzung eines sexuellen Triebs. Sagt Freud. Himmel, der Mann schafft mich echt. Komplett durchgeknallt.
Ich schlafe seit ein paar Tagen nur noch mit so schrecklich intensiven Träumen und das strengt mich an. Es ist als wäre ich die ganze Nacht quasi wach. Ohne richtigen Tiefschlaf werde ich nach einiger Zeit wunderlich – noch mehr als sonst.
Ich bin seit Tagen ständig wütend und dann wieder teilnahmslos, und dann wieder aufgedreht und hyperaktiv. Das ist bestimmt auch so was Freud’sches. Mein Über-Ich dominiert seit Jahren sehr stark (und genießt dabei die volle Unterstützung meines Ichs) und jetzt rächt sich das Es in einem wilden verzweifelten Akt der Selbstaufopferung. Der Grund liegt bestimmt in einem Kindheitstrauma. Hat vermutlich etwas mit Kastrationsängsten während meines ersten Lebensjahres zu tun. Oder mit Defäkation. Beides sind offenbar Freuds Lieblingsthemen.
I can tell what thou wouldst do. I can’t.